Die „Kiewer Gespräche“

Die „Kiewer Gespräche“ sind eine überparteiliche, unabhängige Initiative, die aus der deutsch-ukrainischen Bürgergesellschaft selbst entstanden ist. Die „Kiewer Gespräche“ sind der Idee eines unteilbaren, offenen, demokratischen und freien Europa verpflichtet. Ihr Ziel ist es, durch die Vertiefung und Verstetigung des Dialogs zwischen meinungsbildenden Eliten beider Gesellschaften zu einem friedlichen und demokratischen Zusammenleben der europäischen Völker und zur europäischen Einigung beizutragen.

Durch die breite gesellschaftliche und politische Protestbewegung, die im Winter 2004/2005 zum Machtwechsel in Kiew geführt hatte, hat die Ukraine als Partner der deutschen und europäischen Politik mehr Aufmerksamkeit erhalten. Der Sieg der "Orangenen Revolution" wurde von einer aktiven und kampagnenfähigen Zivilgesellschaft errungen, die nach dem politischen Umbruch verstärkt den Anschluss an europäische Netzwerke und Erfahrungen sucht. Die Ereignisse im Winter 2004/2005 nahm der Europäische Austausch zum Anlass, ein regelmäßig stattfindendes Diskussionsforum zur Erörterung bilateraler und europäischer Fragen, die die Rolle der Ukraine in Europa betreffen, einzurichten. Die "Kiewer Gespräche" werden von einer ehrenamtlichen Steuerungsgruppe, bestehend aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, NGO Vertreterinnen und Vertretern, Journalistinnen und Journalisten und Stiftungsvertreterinnen und -vertretern aus der Ukraine und Deutschland im Wege der partnerschaftlichen Zusammenarbeit konzipiert und umgesetzt.

Als Förderer und Unterstützer dieses Vorhabens konnten bislang die Robert Bosch Stiftung, das Auswärtige Amt, die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde, die Heinrich Böll Stiftung, die Friedrich Naumann Stiftung, die Friedrich Ebert Stiftung, die Konrad Adenauer Stiftung, PAUCI Kiew - Warschau, das Razumkov Centre, die International Renaissance Foundation, das Deutsch-Ukrainische Forum sowie als Medienpartner die Deutsche Welle gewonnen werden.

Ziel der "Kiewer Gespräche" ist es, dazu beizutragen, Kenntnisse über europäische Prozesse in der Ukraine zu verbreiten und dadurch in den meinungsbildenden Schichten des Landes zu einer fundierten und positiven Haltung gegenüber Europa beizutragen. Die "Kiewer Gespräche" sind daher besonders darum bemüht, politische Eliten aus der Ukraine, die sich auch in der Zukunft für die deutsch-ukrainische bzw. europäisch-ukrainische Zusammenarbeit einsetzen werden, zu identifizieren, in den Dialog einzubeziehen, und sie in ihrer pro-europäischen Haltung zu unterstützen. Insbesondere die neue Generation junger Entscheidungsträger und politisch Verantwortlicher soll weiterhin an Europa herangeführt werden. Die "Kiewer Gespräche" wollen zur Bildung von Netzwerken junger Expertinnen und Experten beitragen, die sich mittel- bis langfristig in beiden Ländern für die Intensivierung des ukrainisch-deutschen bzw. des ukrainisch-europäischen Dialogs engagieren. Die "Kiewer Gespräche" identifizieren für Deutschland und die Ukraine relevante politische und gesellschaftliche Fragen und machen sie zum Gegenstand des Dialogs. Die Organisatoren der "Kiewer Gespräche" leiten die Ergebnisse an die politischen Entscheidungsträger beider Länder weiter.